Neuer Campus am Platztor: Projekt «Haus im Park» gewinnt Wettbewerb

Auf dem Areal Platztor erstellt der Kanton einen zweiten Campus für die Universität St.Gallen. Damit erhält die HSG den dringend benötigten zusätzlichen Raum. Der Architekturwettbewerb für den neuen Campus in der Stadt St.Gallen ist nun entschieden. Die Jury zeichnet das Projekt «Haus im Park» des Architekten Pascal Flammer aus Zürich mit dem 1. Preis aus. Mit dem Baubeginn des Grossvorhabens ist 2025 zu rechnen.

Die Universität St.Gallen benötigt dringend mehr Raum, um ihre Kernaufgaben in Lehre und Forschung weiterhin qualitativ hochstehend zu erfüllen. Deshalb entsteht auf dem Areal Platztor in der Stadt St.Gallen ein zweiter Campus. Nach Abschluss des Architekturwettbewerbs erarbeitet der Kanton in einem nächsten Schritt das konkrete Bauprojekt. 2023 soll das Bewilligungsverfahren mit dem Sondernutzungsplan starten. Nach dem Baubeginn in 2025 kann das Gebäude voraussichtlich im Jahr 2029 in Betrieb genommen werden.

Park umgibt das Gebäude

Mit dem Siegerprojekt «Haus im Park» des Zürcher Architekten Pascal Flammer entsteht auf dem Areal Platztor ein sechsstöckiges Gebäude. Der neue Campus deckt auf rund 31'000 Quadratmetern Geschossfläche den zusätzlichen Raumbedarf der Universität St.Gallen ab. Mit seinen grossen Fensterflächen und dem Einsatz von Holz wirkt das Siegerprojekt leicht und offen. Die publikumsorientierten Nutzungen wie die Cafeteria sind zum Stadtzentrum ausgerichtet. Um das Gebäude wird ein grosszügiger Park angelegt, der wie das Gebäude öffentlich zugänglich sein wird.

Viele Anforderungen an das Projekt

Das Gebäude wird Platz für rund 3'000 Studierende, Dozierende und Mitarbeitende bieten. Lehre und Forschung werden auf den einzelnen Obergeschossen zusammengeführt, damit sich Studierende und Dozierende austauschen und begegnen können. In den zwei Untergeschossen ist eine grosse Aula mit einem Platzangebot für 400 Personen geplant. Dank des umliegenden Parks nimmt das Gebäude Rücksicht auf das angrenzende Quartier und die St. Jakob-Strasse als wichtige Verkehrsachse. Im Vergleich zur heutigen Situation wertet das neue Gebäude das Areal deutlich auf.

Anspruchsvoller Wettbewerb

Im Herbst 2019 startete der Kanton den Architekturwettbewerb. 59 Wettbewerbsbeiträge wurden in der Folge eingereicht. Keines der Projekte konnte auf Anhieb vollumfänglich überzeugen, was die Jury auf die äusserst anspruchsvolle Aufgabenstellung zurückführte. Aus diesem Grund entschied sich die Jury im Jahr 2020 für eine Überarbeitung der drei vielversprechendsten Beiträge. Die drei Projekte entwickelten sich mit der Überarbeitung deutlich weiter.

Volk sagte 2019 Ja zum Vorhaben

Die Kantonsbevölkerung stimmte dem Baukredit von 160 Millionen Franken bereits im Jahr 2019 zu. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 207 Millionen Franken und werden nebst dem Kanton vom Bund (25 Millionen Franken) und von der Universität St.Gallen (20 Millionen Franken) getragen. Im Rahmen des Grundstückverkaufs am Platztor leistet die Stadt St.Gallen einen Standortbeitrag von 2 Millionen Franken.


Hinweis an die Redaktionen:

Der Jurybericht ist aufgeschaltet unter: https://www.sg.ch/bauen/hochbau/bauten/bauvorhaben-in-vorbereitung/erstellung-des-campus-platztor-fuer-die-universitaet-st-gallen.html

Eine Filmdokumentation zum Bauvorhaben finden Sie hier.


(Bilder Kanton St.Gallen)
Weitere Visualisierungen des Siegerprojekts finden Sie unter: https://www.sg.ch/schulung/campus-platztor.html

Kommentare
Kanton St.Gallen
Danke für Ihre Nachricht. Nachhaltigkeit ist dem Kanton ein grosses Anliegen. Das Gebäude wird so gebaut, dass es dem Standard für nachhaltiges Bauen in der Schweiz SNBS entspricht. So wird das Gebäude zum Beispiel mit erneuerbaren Energien beheizt. Ausserdem wird die Fassadenkonstruktion in einem nächsten Schritt weiterbearbeitet. Ziel ist es, dass die Fassade energetisch verbessert und dauerhaft wartungsarm sein wird.
01.07.2021, 09:05
Martin Meier
Es stimmt mich nachdenklich, dass auch im 2021 noch immer maximal verglaste Fassaden zu Siegern gekürt werden. Solche Gebäude brauchen wesentlich mehr Heiz- und Kühlenergie, sind aufwändig zu betreiben und zudem weisen sie einen suboptimalen Komfort auf ... . Definitiv kein Beitrag für die Energiewende - somit meiner Meinung nach eigentlich etwas, was wir uns nicht leisten können. Schade um die verpasste Chance.
29.06.2021, 19:13
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